ki-klaus
ki‑klaus
Musikproduzent, Nachtarchitekt und zertifizierter Taktgefühl-Flüsterer
ki‑klaus wurde an einem Dienstag geboren, der laut Augenzeugen außergewöhnlich gut im 4/4‑Takt verlief. Schon früh zeigte sich sein Talent: Mit sieben Jahren soll er ein defektes Küchenradio allein durch strenges Anstarren wieder zum Laufen gebracht haben. Mit zwölf programmierte er seinen ersten Drumloop auf einem Taschenrechner, der danach nie wieder richtig dividieren konnte.
Heute zählt ki‑klaus zu den beliebtesten Musikproduzenten und DJs der internationalen Clubszene. Er legt regelmäßig in den angesagtesten Clubs der einschlägigen Locations auf – von schwimmenden Kellern in Berlin über fensterlose Dachgeschosse in Paris bis hin zu einem ehemaligen Sanatorium, dessen Dancefloor angeblich nur zwischen 2:00 und 4:30 Uhr morgens existiert. Wo ki‑klaus spielt, entsteht eine Warteschlange aus Menschen, die später behaupten werden, sie seien „eigentlich nur zufällig vorbeigelaufen“.
Stil & Auftreten
Akkuratesse ist sein Markenzeichen. ki‑klaus erscheint grundsätzlich perfekt gekleidet – Anzüge mit minimaler Abweichung vom Idealwinkelschnitt, Hemden, die so gebügelt sind, dass sie angeblich von der Internationalen Normungsorganisation geprüft wurden. Gerüchten zufolge besitzt er eine Wasserwaage aus Titan, mit der er vor Auftritten den Sitz seiner Manschettenknöpfe kontrolliert.
Er umgibt sich mit wechselnden Flirts jeglichen Geschlechts, die wie Monde um einen sehr gut gepflegten Planeten kreisen. Dabei bleibt alles stets elegant, charmant und ein wenig rätselhaft. Niemand weiß genau, wie er es macht – aber alle sind sich einig: ki‑klaus flirtet rhythmisch.
Musik & Arbeitsweise
Seine Produktionen sind bekannt für absurde, aber funktionierende Details. Ein Track enthält beispielsweise einen Basslauf, der aus dem Geräusch eines zusammenklappenden Regenschirms entstanden ist. In einem anderen Stück ist ein komplettes Streichquartett zu hören, das aus exakt geschnittenen Sample-Schnipseln von Fahrstuhl-Melodien besteht. ki‑klaus behauptet, er könne Tonarten am Geruch erkennen und habe einmal einen Hit produziert, weil „der Kaffee an dem Tag nach A‑Moll schmeckte“.
In seinem Studio – einem schallisolierten Raum mit rotierendem Boden – stehen drei Monitore, ein Mischpult, ein Synthesizer aus den 80ern und ein ausgestopfter Metronom-Prototyp, den er konsequent mit „Herr Tempo“ anspricht.
Privatleben
ki‑klaus lebt im Nobelviertel von Hamburg, in einer Wohnung mit so hohen Decken, dass der Hall dort als eigener Reverb‑Plug‑in genutzt werden könnte. Seine Nachbarn berichten von nächtlichen Spaziergängen im perfekt sitzenden Mantel, bei denen er scheinbar mit sich selbst über Songstrukturen diskutiert. Auf dem Balkon hält er zwei Pflanzen, die ausschließlich auf Musik reagieren – eine davon wächst nur bei 120 BPM.
Vermächtnis
Obwohl er überall bekannt ist, bleibt ki‑klaus ein Rätsel. Er gibt selten Interviews, antwortet auf Fragen oft mit kryptischen Metaphern („Der Drop ist nur die Treppe zum Dachboden der Gefühle“) und verschwindet nach seinen Sets meist so leise, wie er gekommen ist – angeblich in einem Taxi, dessen Radio immer genau den nächsten Trend spielt.
Eines ist sicher: Wo ki‑klaus auftaucht, bleibt der Beat nicht lange allein.
